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Strache feierte seinen 50er

Während alle den "Blauen" einen massiven Einbruch und Absturz voraus sagten, scheint nun das Gegenteil einzutreffen.

Nach Umfragen verschiedener Gazetten ist die FPÖ sogar wieder vor der SPÖ und somit auf Platz zwei im Bund – jedoch mit riesigen Respektabstand zum alten und wahrscheinlichen wieder neuen Kanzler Sebastian Kurz. Wenn man es auch nicht glauben will, die 1.316.442 Menschen, die im Jahr 2017 die FPÖ wählten, sind sicher keine sogenannten Protestwähler, denn nach dem größten politischen Skandal in der zweiten Republik verlor man gerade mal etwas über zwei Prozent an Wählerglauben.

Und das hätte er eigentlich ursprünglich werden sollen, das Geburtstagskind des Monats, am 12. Juni feierte der einstige Parteichef und Vizekanzler H. C. Strache seinen 50. Geburtstag. Glaubt man den hartgesottenen FPÖlern wird Strache sein Mandat in Brüssel nicht antreten – sondern man plant und arbeitet bereits intensiv an seinem Comeback für die Wien Wahl für 2020. Denn dort hat man am wenigsten zum Verlieren. Der jetzige unbekannte Spitzenkandidat Nepp liegt weit unter der zehn-Prozent-Marke in Wien und hier könnte Strache wie Phönix aus der Asche auferstehen. Dafür könnten und würden schon leichte Verluste als Gewinn verkauft werden können. Rechnet man die Vorzugsstimmen bei der EU-Wahl auf, könnte sich dies leicht ausgehen und Ludwig hätte plötzlich einen bereits abgeschriebenen Strache wieder am Hals und Kurz muss seinen Traum mit Schwarz-Blau in Wien vielleicht doch nicht ganz abschreiben.

Der Spitzenkandidat bei den Grünen ist bereits fixiert: Werner Kogler, erfolgreicher EU Wahl-Kämpfer und mit Abstand das beste Pferd im Stall, könnte bei der bevorstehenden Wahl eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen falls sich der Wunschpartner von Kurz – die Blauen – doch nicht neu aufstellen.

Mit Hofer wäre jedoch ein für Kurz sicher angenehmer Vizekanzler vorhanden, denn dann könnte das Szenario eintreten, dass sich Kickl in die Parteizentrale zurückzieht um sich um die Wahlschlacht in Wien zu kümmern. Die NEOS mit ihrer kurvenreichen und „je nachdem woher der Wind weht“ ausgerichteten Politik, mit der Hoffnung von Kurz nach der nächsten Wahl ernst genommen zu werden, und in einer nicht tragenden Rolle berücksichtigt zu werden, könnte sich schneller wieder erledigen, als man bei den Pinken zu hoffen vermag.

Und die SPÖ hat sich doch noch zu der bereits von allen Seiten beschlossenen Spitzenkandidatin Rendi Wagner aus den eigenen Lagern zu Durchhalteparolen hinreisen können. Eine Grundbedingung für den Verbleib und das Einlenken war jedoch die Installation von Christian Deutsch als Wahlkampfleiter. Denn die jetzigen Berater und Pressesprecher von Wagner tragen sicher zum derzeitigen traurigen Stand der Partei mit bei ... und somit ruht die große Hoffnung auf Deutsch, der als anerkannter Medienprofi die Zügel vielleicht noch rechtzeitig in die Hand genommen hat.

Heinz Knapp,
Herausgeber


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