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Harald Raffer

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Im Zeitraffer

Mutige Pädagogin

Eine Wiener Lehrerin schreibt ein schockierendes Buch aus dem Schulalltag und polarisiert mit ihrer Kritik am radikalen Islam im Klassenzimmer: Die 53-jährige Susanne Wiesinger, die sich weiterhin gegen eine Vereinnahmung durch politische Parteien zur Wehr setzt, will damit auf Integrationsprobleme bei Mädchen und Buben hinweisen. Damit hat sich die gute Frau nicht nur Freunde gemacht. Sie wurde von Behörden und Gewerkschaft attackiert. Daraufhin ist Wiesinger als Lehrervertreterin zurückgetreten. Statt sofort einen offenen Diskurs über Scharia bei Jugendlichen und Wiener Brennpunkt-Schulen zu starten, hob man den Zeigefinger. Diese Vorgangsweise unterstreicht die Aussage der Pädagogin, dass man jahrelang das Thema verdrängt hat. Lösungsvorschläge sehen anders aus. Laut Wiesinger wurde in der Schulvertretung lieber stundenlang darüber diskutiert, auf welchem Papier Zeugnisse gedruckt werden sollten. Das ist Realitätsverweigerung pur. Doch statt der Frau, der niemand zuhören wollte, zu diesem mutigen Schritt zu gratulieren, erntet sie sogar aus dem Schulbetrieb Nestbeschmutzer-Vorwürfe. Das ist traurig, ist unfassbar! Wo bitte bleibt der Herr Bildungsminister? Sprechen Sie doch ein Machtwort, Herr Faßmann! Was ist mit dem Landesschulrat? Es kann doch nicht sein, dass an Wiener Schulen junge Menschen als Sittenwächter auftreten oder Mädchen Kleidervorschriften machen! Und Wiesinger stellte klar, dass sie nichts gegen den Islam als Religion hätte. Sie würde sich aber gegen den Einfluss einer erzkonservativen Kultur aussprechen, die sich auf den Islam berufen und Kinderseelen vergiften würde. Schüler feiern Terroristen als Helden? Religiöse Verbote im Klassenzimmer? Bleibt zu hoffen, dass Wiesinger kein zweites Buch schreiben muss!

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