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Geschätzte Leser! Liebe Leserinnen!

Schöne Bescherung!

So ein Affentheater – nein, ich meine jetzt nicht den planlosen Abgang von SP-Chef Kern. Auch nicht das zum Glück gerettete Kasperle-Theater in Wien. Nein, es geht um eine Frau, die zwei Menschen auf grausame Weise ermordet hat. Und eben jene Person wird in diversen Medien immer wieder verharmlosend als „Eislady“ oder mit dem Kosenamen „Esti“ groß genannt. Das ist schlicht und einfach peinlich. Selbstverständlich wurde auch schon ein Buch herausgegeben und das wiederum von diversen Zeitungen beworben. In welcher Welt leben wir eigentlich? Und natürlich werden ständig Top-Anwälte und Top-Anwältinnen zitiert, einfache Verteidiger oder Juristen gibt es scheinbar nicht mehr. Dafür liefert der „Top-Jurist“ (auch wenn man von dem einen oder anderen Paragrafen-Experten noch nie etwas gehört hat) unter dem Mantel des Redaktionsgeheimnisses Tipps über seinen Promi-Mandanten an die jeweilige Redaktion. Die bedankt sich wiederum mit einem Foto des Verteidigers oder der Verteidigerin als unbezahlbare Gratis-Werbung. So läuft das Spiel eben. Früher wurde diese Vorgangsweise noch von der Kammer geahndet, die hat das aber mittlerweile aufgegeben. Schließlich stellen sich immer wieder so genannte „Promi“-Anwälte sogar unentgeltlich in den Dienst besonders skrupelloser Mordbuben oder Mörderinnen, um möglichst oft aus den Zeitungsspalten oder vom Bildschirm lächeln zu können. Die Liste der Beispiele ist lang. Wirklich gute Anwälte arbeiten kaum öffentlich, sind trotzdem besonders erfolgreich, etwa Wirtschaftsjuristen. Die suchen gar nicht erst das Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit.

Gehen wir aber zu einer ganz anderen prominenten Dame, die mit den bisherigen Beispielen natürlich nichts am Hut hat, gehen wir zu Pamela „Pamp“ Rendi-Wagner, der Wunschkandidatin von Christian Kern. Jetzt hat sie es also doch geschafft und muss sich die nächsten Jahre als eiserne Oppositionsführerin beweisen. Eine eiserne Lady? Man (frau) wird sehen. Freilich hält sich die Begeisterung bei gewissen SP-Granden in Grenzen. Die Tropenärztin Reni-Wagner trat erst einen Tag vor ihrer Ernennung zur Gesundheitsministerin im Kabinett Kern zur SP bei. Als glühende Sozialistin kann man sie also nicht bezeichnen. Ein neues Team ist noch keine Erfolgsgarantie. Und erinnern wir uns an den Hype um „Django“ Mitterlehner oder dem Ex-Manager Kern? Beide glitzernden Polit-Sterne sind mittlerweile verglüht, auch wenn sich der Ex-Kanzler um eine EU-Spitzenposition bemüht. Herr Kern hat übrigens in Interviews mit „Das Wien“ noch als Kanzler und später als Oppositionspolitiker mehrfach ausgeschlossen, die SP-Führungsrolle in den nächsten Jahren aufgeben zu wollen.

Mittlerweile geht die Neos-Chefin Meinl-Reisinger auf Karenz, was natürlich ihr gutes Recht ist. Aber Kurz, Strache & Co können sich die Hände reiben. Wo ist nur die Opposition? Im Arbeitskampf (Stichwort 12 Stunden-Tag) scheint sich die AK regelrecht zu verstecken, die Frau Präsidentin ist offenbar untergetaucht. Und Otto Normalverbraucher kennt diese Dame eigentlich gar nicht. Und der ÖGB – je wer kennt sich denn da noch aus? Früher waren das gestandene Gewerkschaftler mit aufgekrempelten Hemdsärmeln. Heute nennen sich die Teilgewerkschaften etwa GÖD, Younion, Vida, djp, Proge usw. Was für Abkürzungen? Manche dieser Teilorganisationen klingen wie eine Obstsorte oder ein neues Schuhputzmittel. Bekämpft man so den Mitgliederschwund? Dabei liefert die Regierung den Arbeitnehmervertretern so manchen Elfer. Man muss ihn halt verwerten und auf einem Thema „drauf“ bleiben. Nur über die „Abwertung“ der Sozialpartnerschaft zu jammern ist zu wenig…

Bisher haben wir immer neidvoll nach Deutschland geblickt. Warum? Weil die Menschen dort immer viel härter bzw. korrekter mit politischen Sündenfällen umgegangen sind. Nicht nur die Sportkommentatoren sind dort den deutschen Mannschaften gegenüber ebenfalls streng objektiv. Wer etwas verbockt hat, muss gehen und darf keine „österreichische Lösung“ erwarten. Seit dem Fall Maaßen ist alles anders. Da wurde ein oberster Staatsschützer nach schwer nachvollziehbaren Behauptungen von seinem Job abgezogen – und indirekt befördert. Er avancierte vorerst zum Staatssekretär mit mehr Gehalt. Dieses unnötige Personalproblem samt Regierungskrise, das Nahles sowie Merkel und Seehofer Kopfzerbrechen bereitet hatte, ist jetzt gelöst. Wir diskutieren hingegen über „Medien-Informationserlässe“. Wenden wir uns deshalb lieber der Kultur zu. Der österreichische Publikumsliebling Otto Schenk erklärt in einem umfangreichen Interview in „Das Wien“ seinen Blick auf diese Welt. Und ja – das Exklusivinterview mit dem iranischen Botschafter in Wien in unserer letzten Ausgabe sorgte für enormes Aufsehen. Wie viele unserer Interviews und Hintergrund-Geschichten.

Und der Herr Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka, selbst ein glühender Musikfan, will mit Abgeordneten eine Weihnachts-CD besingen. Da kann man nur mehr sagen: Schöne Bescherung!

Heinz Knapp,
Herausgeber


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